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Sonntag, 28. September 2008

Kleiner Rückblick auf den diesjährigen Internationalen Tag der Bildungs-Freiheit

Letztes Jahr wurde er erstmals ausgerufen: der Internationale Tag der Bildungs-Freiheit. Einige sehr motivierte Eltern schulfrei lebender Kinder in verschiedenen Ländern hatten es geschafft, innerhalb weniger Monate eine Website zu erstellen und verschiedene Aktionen zu planen und durchzuführen, um diesen Tag gebührend zu feiern. Ich selbst war bei einer Veranstaltung in Wien mit dabei und hier in Karlsruhe natürlich auch, wozu es Impressionen hier und hier und hier gibt.

Dieses Jahr schien erstmal gar nichts los zu sein. Doch weit gefehlt - auch ohne Absprachen per Emailing waren in verschiedenen Ländern für diesen Tag interessante Veranstaltungen vorbereitet worden, darunter die diesjährige Wiener Veranstaltung. In Deutschland scheinen die Kräfte durch den Kampf gegen behördliche Übergriffe weitgehend gebunden zu sein, dennoch gab es im Rahmen der Libertären Plattform in der FDP einen zum Thema passenden Vortrag in Bonn und ein kleines Familientreffen im Mannheimer Luisenpark. Eine geplante Aktion in Stuttgart mußte mangels ausreichender Unterstützung leider abgesagt werden.

Da der 15. September, der Tag, auf den der Internationale Tag der Bildungs-Freiheit festgelegt worden war, dieses Jahr auf einen Montag fiel, trafen wir uns schon am Sonntag im Mannheimer Luisenpark. Am Samstag regnete es noch in Strömen, es war richtig kalt geworden, und Rückmeldungen für den Sonntag, ob weitere Teilnehmer zu uns stoßen würden, hatte ich auch noch fast keine. Doch dann brach der Sonntag - zwar immer noch kalt, aber - mit Sonnenschein und blauem Himmel an. Ein paarmal klingelte das Telefon und schließlich war klar, daß sich insgesamt fünf Familien ab 15 Uhr im Luisenpark treffen würden. Zwei Familien sind nach einer längeren Zeit des freien Lernens dazu gezwungen worden, ihre Kinder nun doch in Schulen zu schicken. Eine der anwesenden Betroffenen sieht sich und ihre Kinder seit längerem massiver Bedrängung durch Schulbehörden und Jugendamt ausgesetzt.

Insgesamt wurde wieder einmal klar, wie sehr uns die illegalisierte Situation, in der wir uns befinden, daran hindert, uns unbeschwert öfters zu treffen. Das ist so schade, denn wie ebenfalls bei solchen Treffen immer wieder beobachtet, spielten die Kinder, die sich zum Teil nicht kannten, problemlos ud harmonisch miteinander. Auch Charlotte wurde zeitweise in das Spielen miteinbezogen, das heißt, ihre Wünsche wurden wahrgenommen und erfüllt. Das sind bei Charlotte oft ganz einfache Dinge, z. B. das jemand mit ihr Fußball spielt oder ihr den Ball reicht, damit sie ihn die Rutsche hinunterrollen lassen kann.

Und auch für die Erwachsenen wurde wieder einmal klar, wie hilfreich und unterstützend solche Zusammentreffen zum unbeschwerten Austausch sind. Noch vor zwei, drei Jahren hatten wir uns relativ regelmäßig gerade auch in Mannheim getroffen, mittlerweile ist dies weitgehend eingeschlafen. Jeder hat mit sich zu tun und die eigene Haut zu retten. Was da vor allem durch behördlichen Druck und eingreifende Maßnahmen an Gemeinschaftserlebnissen und Kreativität verhindert wird, ist uns meist selbst kaum klar, denke ich. Und auch die insgesamt verschärfte wirtschafltiche Lage fesselt viele von uns mehr als je zuvor an unsere Wohnorte.

Für den 20. September hatte ich für mich selbst eine Fahrt nach Basel zusammen mit Charlotte (Samuel wollte lieber zu Hause bleiben) zum "Nicht zurück in die Schule"-Picknick im Basler Kannenfeld-Park geplant. Doch siegte schließlich meine Vernunft über den dringenden Wunsch, an diesem Treffen teilzunehmen. Charlotte hatte noch keine passenden warmen Schuhe, nur die Sandalen, die sie den ganzen Sommer über getragen hatte, und es war doch sehr kalt geworden. Die Fahrt mit dem kostengünstigen Baden-Württemberg-Ticket hätte insgesamt knapp sieben Stunden Fahrzeit beansprucht, ICE- oder Auto-Fahrt hätten letztendlich etwa das Dreifache gekostet. Schweren Herzens entschied ich mich, anstatt nach Basel zu fahren mit Charlotte in die Stadt zu gehen, und warme Schuhe für sie zu kaufen.

Das war sicher unter den gegebenen Umständen die richtige Entscheidung, aber Wehmut bleibt mir dennoch im Herzen. Freies Lernen und eine gewisse Mobilität gehören für mich schon zusammen, was habe ich nicht alles beim Zusammentreffen mit Homeschoolern und Freilernern aus verschiedenen Ländern Interessantes und Schönes erfahren. Und ab und an andere Orte als die heimatliche Gemeinde zu besuchen, hatte auf mich immer wieder aufbauende, ja beflügelnde Wirkung. Und noch immer hoffe ich, obwohl ich das Gefühl habe, daß ich mich jedesmal nur noch mit letzter Kraft von hier wegbewege, auf die Rückkehr besserer Zeiten - so wie ich es von früher, als wir mit unserem Abenteuer des schulfreien Lebens anfingen, gewohnt war.

Samstag, 13. September 2008

Blog Award - die Fortsetzung

Na, da hatte ich mich doch hier leichtsinnigerweise dazu geäußert, innerhalb einer bestimmten Zeitspanne bestimmte Dinge erledigt haben zu wollen ... und nun ist diese um ein Vielfaches überschritten! Ich bin ja nicht gerade eine Kennerin der Bloggerszene. Hier treffe ich nun meine Wahl, an wen ich den Blog Award weitergeben möchte:

SUMPFFUSS
Pro-Lernen
RevoluzZza
STADT.FRAU.BLOG.
Gegen Mobbing in der Schule
Die Familienoase
Chili und Ciabatta
Bewegtes und Bewegendes

Damit ist meinerseits die Blog Award-Weitergabe nun beendet, was weiteren virtuellen Spaziergängen - ganz ohne Zeitdruck - nicht entgegensteht.

Gerne empfehle ich allen Interessierten einen Besuch der ausgewählten Seiten und wünsche eine bereichernde Lektüre.

Was mir noch wichtig ist:
Ich persönlich knüpfe an die Weitergabe des Blog Awards keinerlei Erwartungen bezüglich der Einhaltung der hier genannten Regeln. Ich nutze aber gerne die Möglichkeit, auf diese Weise Seiten, die ich lesenswert finde, ein bißchen bekannter zu machen.

Mit lieben Grüßen an Bianka, von der schulfrei leben und lernen den Blog Award erhalten hat!

Am 15. September ist Internationaler Tag der Bildungs-Freiheit.



Weitere Informationen und weiterführende Links gibt es hier und hier.

Außerdem möchte ich auch auf die hier vorgestellte Veranstaltung hinweisen.