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Montag, 30. März 2009

Basteln - Rückblick (1)

Samuel hat früher sehr viel gebastelt, gleichzeitig hat er oft Cassetten oder CDs gehört. Er hat sich auf diese Weise oft stundenlang alleine beschäftigt, die Materialien für die Basteleien waren zu Hause vorrätig und die Werkzeuge dazu auch. Die Cassetten und CDs, die er dazu anhörte, haben wir entweder selber erworben oder geschenkt bekommen, oder Samuel hatte sie sich (stapelweise) aus der Stadtteilbibliothek ausgeliehen. Er hörte alle möglichen gängigen Kinderklassiker (Michael Ende, Otfried Preussler etc., altbekannte Märchen, griechische Sagen uvm.) und manchmal auch etwas "Exotischeres", das ihm oder uns irgendwie untergekommen war (z. B. wenig bekannte Märchen aus anderen Kulturkreisen mit entsprechenden Musikstücken kombiniert).

Letzthin habe ich ein Bastel-Exemplar, das ich immer besonders schön fand, wieder ausgegraben, ich meinte, er hieße der "Erd-Löwe", aber Samuel meinte, wenn dann wäre es sicher ein "Erd-Tiger". Leider ist mir (kontinuierliches) Dokumentieren immer so zuwider gewesen, daß ich solche Dinge wie die Namen der gebastelten Figuren und die Entstehungsdaten nicht notiert habe - was ich heutzutage bereue.















Wie man sieht, ist der Erd-Tiger schon etwas ramponiert und angestaubt, aber man kann seine ursprüngliche Pracht noch erahnen - gefertigt aus den wesentlichen Bestandteilen Eierkarton und Klopapierrolle und mit den charkteristischen* (*dazu gibt es bald einen weiteren Post) Hexenleitern-Gliedmaßen.


Im Dezember 2003 hatten wir eine Woche Besuch von Heidrun, und wenn ich mich recht erinnere, so war sie es, die Samuel das Papierfalten nach Vorlagen (Origami) schmackhaft gemacht hat. Ein schönes und noch vorhandenes Origami-Exemplar, das Samuel irgendwann in der Zeit nach Heidruns Besuch gefaltet hat, ist der weiße Wolf. Man neigt ja dazu, solche Betätigungen wie diese Art von Basteleien als reine Freizeitvergnügungen abzutun, vielleicht noch mit einem anerkennenden "Du bist aber geschickt" belobigt - aber ich denke, daß genau betrachtet in solchen Tätigkeiten, gerade wenn sie (phasenweise) exzessiv ausgeführt werden, ein ernormer Lerneffekt verborgen ist. Wenn ich mir den weißen Wolf ansehe, dann kann ich mir z. B. vorstellen, daß man sich durch das genaue Falten von Papierstücken (unbewußt) eine ganze Menge geometrisches (und allgemein mathematisches) Verständnis erarbeitet.

Besonders faszinierend fand ich bei meinem Sohn auch stets, daß er fast immer mehr als einer Sache zur selben Zeit nachging - also so gut wie immer beim Basteln auch etwas anhörte. Dies ist mir selber immer sehr fremd gewesen, ich habe, wenn ich z. B. konzentriert gemalt oder gezeichnet habe, selbst nebenzu laufenden Radio als unnötige Geräuschkulisse empfunden bzw. diese dann so ausgeblendet, daß ich davon rein gar nichts mitbekommen habe. Mittlerweile gelingt es mir wenigstens beim Abspülen so zuzuhören, daß ich später noch weiß, was ich gehört habe :) - aber selbst das war mir früher fremd.

2 Kommentare:

Isla hat gesagt…

Hallo Elisa Mari,
Das sind ja schöne Bastelarbeiten!
Meine Mutter zaubert auch manchmal so alte Stücke von uns hervor.
Neulich hatte sie ein altes Bild, wo ich mein Traumhaus gemalt habe.
Ein großes Haus am Wald. Lisa war so beeindruckt, dass sie selber auch anfing Häuser zu malen. :-)
Jeder bekam sein Traumhaus.

Ich kann auch sehr gut zwei Dinge auf einmal. Ich habe schon immer gern Hörspiele/Hörbücher und Musik gehört, während ich etwas praktisches gemacht habe. Beim Lesen und Lernen ging das nicht, aber beim Basteln, Handarbeiten, und heute bei der Hausarbeit mache ich das total gern. :-)

Elisa Mari hat gesagt…

Hallo Isla,

Dein Bild mit dem Traumhaus und die Häuser von Lisa wären sicher auch einen Post bei Dir wert?! ;)

Ich mag solche selbstgemachten Sachen von früher, sie können sozusagen Geschichten erzählen. Ich habe z.B. in der Schule Handarbeiten gehaßt, und dann habe ich nach dem Abi, als ich ein Jahr in Strasbourg lebte, einen Pulli ganz ohne Anleitung und mit ganz vielen kleinen, komplizierten Mustern gestrickt - ich bewahre ihn noch immer auf, obwohl ich ihn nicht mehr trage, denn er erzählt die Geschichte darüber, daß ich ohne Bevormundung auch in einem Bereich aktiv (und kreativ) sein konnte, von dem zuvor alle zu mir sagten, daß das absolut nicht mein Ding sei. (Eigentlich war es wohl so, daß ich das Handarbeiten haßte, weil ich die Lehrerinnen von Anfang an nicht nochte, und weil ich außerdem in der Grundschule sauer darauf war, daß die Jungs zum Werken gehen durften, während die Mädels Handarbeiten mußten - und damals hätte ich auch lieber Burgen aus Streichhölzern und Schachteln etc. gebaut als gehäkelt :( Zum Glück ist das ja heute anders geworden.)

Liebe Grüße,
Elisabeth